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Hygiene & Desinfektion

Hygiene in der Kita: Reinigung mit Kindern im Blick

Kleine Kinder erkunden die Welt mit Händen und Mund, und Infekte gehören zum Betreuungsalltag. Wir zeigen, welche Bereiche in Kindertagesstätten besondere Aufmerksamkeit brauchen, wann Reinigung genügt und wann gezielt desinfiziert wird.

Hygiene in der Kita: Illustration eines sauberen Klassenzimmers mit Tafel und Stühlen

Warum Kinderbetreuung eigene Regeln braucht

Wer eine Krippe oder einen Kindergarten betreut, merkt schnell: Die Maßstäbe aus der Büroreinigung passen hier nicht. Kinder krabbeln über den Boden, stecken Bauklötze in den Mund, niesen in die Hand und fassen danach die Treppe an. Ihr Immunsystem lernt noch, und viele Infekte – Erkältungen, Magen-Darm-Erkrankungen, Hand-Fuß-Mund-Krankheit – gehen in Gruppen rasch reihum. Gleichzeitig reagieren Kinder empfindlich auf Rückstände scharfer Mittel und auf starke Duftstoffe.

Die Kunst liegt also im Gleichgewicht: gründlich genug, um Übertragungswege zu unterbrechen, und schonend genug, damit keine neuen Belastungen entstehen. Desinfektionsmittel sind dabei nicht das Mittel der Wahl für alles, sondern gezielt eingesetzte Werkzeuge.

Rechtlicher Rahmen und Zuständigkeit

Kindertageseinrichtungen gehören zu den Gemeinschaftseinrichtungen im Sinne des Infektionsschutzgesetzes. Nach § 36 IfSG sind sie verpflichtet, ihre internen Abläufe zur Infektionshygiene in einem Hygieneplan schriftlich zu regeln, und das Gesundheitsamt überwacht die Einhaltung. Viele Träger orientieren sich an Muster- und Rahmenplänen, die von Landesbehörden und Fachgremien veröffentlicht werden, und passen sie an ihr Haus an. Diese Übersicht ersetzt keine Rechtsberatung.

Verantwortlich für Inhalt und Umsetzung ist die Leitung der Einrichtung bzw. der Träger. Ein Reinigungsdienstleister arbeitet nach diesen Vorgaben, dokumentiert seine Tätigkeit und meldet Auffälligkeiten – zum Beispiel defekte Seifenspender oder verstopfte Toiletten – umgehend an das pädagogische Team.

Reinigung als Grundlage, Desinfektion mit Anlass

Im Alltag reicht für die meisten Flächen eine sorgfältige Reinigung. Sie entfernt Schmutz und damit den überwiegenden Teil der Keime. Desinfiziert wird gezielt: bei Verunreinigungen mit Erbrochenem, Stuhl, Urin oder Blut, im Wickelbereich nach den Vorgaben des Plans und bei gehäuften Erkrankungen nach Absprache mit dem Gesundheitsamt. Wird desinfiziert, dann mit einem Präparat, dessen Wirkspektrum zum Anlass passt; bei Magen-Darm-Viren ist das ein anderes als bei einer gewöhnlichen Erkältungswelle. Mehr dazu im Beitrag zu Wirkspektren von Desinfektionsmitteln, und für den Ernstfall im Artikel zum Norovirus.

Die Bereiche im Überblick

Bereich Was zu tun ist Übliche Häufigkeit
Gruppenräume Böden feucht wischen, Tische und Stühle reinigen, Griffe und Schalter täglich
Schlafraum Böden, Liegen abwischen; Bettwäsche personenbezogen, Wechsel nach Plan täglich bzw. nach Plan
Kindertoiletten und Waschräume Toiletten, Töpfchen, Waschbecken, Armaturen, Böden, Spender auffüllen täglich, bei Bedarf mehrmals
Wickelbereich Auflage nach jedem Kind reinigen, Desinfektion laut Plan nach jeder Nutzung (pädagogisches Team), gründlich täglich
Essbereich und Küche Tische vor und nach den Mahlzeiten, Küche nach Lebensmittelhygieneregeln mehrmals täglich
Spielzeug Hartplastik abwaschen oder maschinell spülen, Textilien waschen wöchentlich bis monatlich, im Krippenbereich häufiger
Bewegungsraum Böden, Matten und Geräte abwischen täglich bzw. wöchentlich
Flure, Garderobe Böden, Bänke, Schuhablagen, Eingangsmatten täglich

Die Häufigkeiten sind Orientierungswerte. Verbindlich ist, was die Einrichtung festlegt. Welche Aufgaben das pädagogische Personal übernimmt und welche der externe Dienst, sollte schriftlich geregelt sein – beim Wickeltisch etwa ist es üblich, dass das Team die Auflage nach jedem Kind behandelt und wir am Abend den gesamten Bereich gründlich reinigen.

Spielzeug, Kuscheltiere und Bastelmaterial

Spielzeug ist der unterschätzte Übertragungsweg. Teile aus Hartplastik lassen sich gut in der Spülmaschine oder im Spülbecken reinigen und müssen danach vollständig trocknen. Stofftiere, Kissen und Verkleidungskisten wandern in die Waschmaschine, sofern die Pflegekennzeichnung das zulässt. Spielzeug, das Krippenkinder in den Mund nehmen, braucht kürzere Intervalle als das Material der Vorschulgruppe. Was sich nicht reinigen lässt, etwa Knete nach einer Durchfallwelle, wird im Zweifel ersetzt.

Gute Organisation hilft: Ein Teil des Spielzeugs wird in Kisten weggeräumt und rotiert. So lässt sich jeweils eine Kiste reinigen, ohne dass den Kindern etwas fehlt.

Kindgerechte Mittel und sichere Aufbewahrung

In Räumen, in denen Kinder spielen und schlafen, setzen wir auf möglichst milde, duftstofffreie Reiniger und dosieren exakt. Rückstände auf Böden und Tischen lassen sich so gering halten. Wo es fachlich passt, arbeiten wir auf Wunsch mit umweltfreundlichen Reinigungsmitteln.

Ebenso wichtig ist die Sicherheit: Reinigungswagen werden nie unbeaufsichtigt in Bereichen abgestellt, die Kinder erreichen. Chemikalien lagern verschlossen und nur in Originalgebinden; Umfüllen in Getränkeflaschen ist absolut tabu. Nasse Böden werden gekennzeichnet und möglichst erst gewischt, wenn die Gruppen den Raum verlassen haben.

Zeiten und Abläufe im Betreuungsalltag

Die Hauptreinigung findet üblicherweise nach Betreuungsende statt, damit die Flächen bis zum Morgen trocken sind. In größeren Häusern kann zusätzlich eine kurze Tagesrunde sinnvoll sein, etwa nach dem Mittagessen für Toiletten und Essbereich. Ferienschließzeiten eignen sich für gründliche Arbeiten wie eine Grundreinigung der Böden, das Reinigen von Heizkörpern oder Fenstern.

Kinder sollen außerdem selbst Hygiene lernen. Waschbecken in Kinderhöhe, gut erreichbare Seifen- und Handtuchspender sowie Einmalhandtücher statt Gemeinschaftshandtüchern machen gutes Händewaschen einfach. Anregungen, wie sich Händewaschen im Alltag fördern lässt, bietet unser Beitrag zur Handhygiene.

Eingang, Garderobe und Außenbereich

Bei Regen und Matsch tragen Kinder, Eltern und Personal viel Schmutz ins Haus. Eine ausreichend lange Sauberlaufzone im Eingang hält Sand und Nässe aus den Gruppenräumen fern und schont die Böden, auf denen die Kinder später sitzen und spielen. Garderobenbänke, Schuhregale und Eigentumsfächer sammeln Sand und Krümel und brauchen regelmäßige Aufmerksamkeit, ebenso Abstellflächen für Kinderwagen und Laufräder.

Sandkästen, Spielgeräte und Gartenflächen gehören meist nicht zur Innenreinigung. Ihre Pflege und Kontrolle regelt der Träger separat, oft gemeinsam mit der Grünflächenpflege. Wichtig ist, dass die Schnittstelle an der Terrassentür klar beschrieben ist: Wer beseitigt den Sand, der sich auf dem Weg nach drinnen verteilt?

Kurze Wege zwischen pädagogischem Team und Reinigungsdienst

Viele Informationen entstehen tagsüber, während der Reinigungsdienst erst am Abend kommt. Ein Übergabebuch oder eine einfache digitale Meldeliste schließt diese Lücke. Das pädagogische Team notiert, was besonders zu beachten ist – etwa dass es in einer Gruppe Magen-Darm-Fälle gab oder im Schlafraum ein Malheur passiert ist. Unser Team vermerkt, was erledigt wurde und was fehlt, zum Beispiel Seife oder Papierhandtücher. Weil bei uns feste Teams und feste Ansprechpartner eingesetzt werden, kennen die Mitarbeitenden die Räume, die Gewohnheiten der Gruppen und die Wünsche der Kita-Leitung, und Absprachen gehen nicht verloren.

So läuft es in vielen Kitas

Häufig erleben wir, dass eine Einrichtung im Winter mehrere Magen-Darm-Fälle in einer Gruppe meldet. Dann stimmen wir mit der Leitung ab, welche Flächen zusätzlich desinfiziert werden, stellen auf ein Präparat mit passender Viruswirksamkeit um und verdichten die Reinigung der Toiletten und Türklinken, bis die Welle abgeklungen ist.

Darauf achten unsere Teams in Betreuungseinrichtungen
  • Kein Reinigungswagen unbeaufsichtigt im Kinderbereich
  • Arbeiten vom sauberen zum unreinen Bereich, Tücher nach Farbsystem
  • Duftstofffreie, exakt dosierte Mittel
  • Rückmeldung an die Leitung bei Schäden, fehlendem Material oder Auffälligkeiten
  • Dokumentation nach den Vorgaben der Einrichtung

Unsere Kitareinigung in Berlin richten wir nach Größe, Altersgruppen und Hygieneplan der Einrichtung aus. Orientierungspreise nennt die Seite Preise; verbindlich wird es nach einer kostenlosen Besichtigung.

Häufige Fragen

Müssen Spielzeuge regelmäßig desinfiziert werden?

In der Regel nicht. Gründliches Reinigen genügt im Alltag. Desinfiziert wird anlassbezogen, etwa wenn Spielzeug mit Erbrochenem oder Stuhl in Kontakt gekommen ist oder wenn die Einrichtung es bei einem Ausbruch festlegt.

Wer reinigt den Wickeltisch?

Die Auflage wird nach jedem Kind vom pädagogischen Team behandelt, weil das sofort passieren muss. Der Reinigungsdienst übernimmt die gründliche Reinigung des gesamten Bereichs einmal täglich. Die genaue Aufteilung steht im Hygieneplan der Einrichtung.

Welche Reinigungsmittel sind für Kinderbetreuung geeignet?

Möglichst milde, duftstofffreie Produkte, die exakt dosiert werden. Desinfektionsmittel kommen ausschließlich dort zum Einsatz, wo der Hygieneplan sie verlangt. Entscheidend ist auch die sichere Aufbewahrung außerhalb der Reichweite von Kindern.

Wann wird am besten gereinigt?

Die Hauptreinigung erfolgt meist nach Betreuungsende. Bei großen Häusern kann eine zusätzliche Runde am Mittag für Toiletten und Essbereich sinnvoll sein. Gründliche Arbeiten legt man in Schließzeiten.

Was tun, wenn ein Kind sich erbrochen hat?

Kinder aus dem Bereich bringen, mit Handschuhen und Einmaltüchern das Material aufnehmen, dann die Fläche mit einem geeigneten Präparat desinfizieren und gut lüften. Wer das übernimmt und welches Mittel bereitsteht, sollte im Plan der Einrichtung stehen, damit im Ernstfall niemand suchen muss.

Redaktion Putzhelden

Unsere Ratgeber entstehen aus der täglichen Arbeit unserer Reinigungsteams in Berlin: Was sich in Büros, Praxen, Treppenhäusern und Wohnungen bewährt, schreiben wir verständlich auf. Rechtliche und steuerliche Hinweise ersetzen keine individuelle Beratung.

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