
Warum Arbeitsgeräte eigene Regeln brauchen
Ein Schreibtisch wird abgewischt, der Boden gesaugt, die Türklinke gereinigt – aber die Tastatur, auf der den ganzen Tag getippt wird, bleibt oft monatelang unberührt. Dabei sammeln sich zwischen den Tasten Krümel, Hautpartikel und Staub, und auf der Oberfläche finden sich die Spuren von Händen, die zuvor Türgriffe, Kaffeebecher oder das Smartphone berührt haben. Wer am Platz isst, verstärkt den Effekt.
Dass die Geräte so oft vergessen werden, hat einen einfachen Grund: Sie gelten als empfindlich, und niemand möchte schuld sein, wenn nach der Reinigung eine Taste klemmt oder ein Telefon nicht mehr funktioniert. Deshalb schließen viele Reinigungsverträge elektronische Geräte ausdrücklich aus oder beschränken sich auf das Abwischen von Außenflächen. Das ist nachvollziehbar – bedeutet aber, dass jemand anderes die Aufgabe übernehmen muss.
Wer ist zuständig?
Klären Sie die Verantwortung schriftlich, bevor Sie Mittel und Turnus festlegen. Drei Modelle sind üblich:
| Modell | So funktioniert es | Geeignet für |
|---|---|---|
| Selbstreinigung | Jede Person pflegt ihre Geräte selbst, das Büro stellt geeignete Tücher bereit | Feste Arbeitsplätze, kleine Teams |
| Reinigungsdienst | Geräte werden im festgelegten Turnus mit freigegebenen Mitteln gereinigt | Größere Büros, klare Vorgaben der IT |
| Gemischt | Team reinigt persönliche Geräte, Dienst übernimmt gemeinsam genutzte Technik | Hybride Büros, Besprechungsräume |
Wenn der Reinigungsdienst die Geräte übernehmen soll, sollten IT und Dienstleister gemeinsam festlegen, welche Mittel zulässig sind und ob Geräte dafür bewegt oder ausgeschaltet werden dürfen. Unsere Teams halten sich dabei an die Freigaben des Kunden und fassen Geräte, die nicht im Leistungsverzeichnis stehen, grundsätzlich nicht an.
Welche Mittel geeignet sind – und welche nicht
Die wichtigste Regel lautet: Bei Elektronik gilt immer die Herstellerangabe. Die folgende Übersicht gibt eine allgemeine Orientierung.
| Gerät | Meist geeignet | Zu vermeiden |
|---|---|---|
| Keyboard, Maus | Leicht feuchtes Mikrofasertuch, alkoholische Reinigungstücher, sofern vom Hersteller freigegeben | Direktes Besprühen, tropfnasse Tücher, Scheuermittel |
| Telefon, Hörer | Feuchtes Tuch mit mildem Reiniger, alkoholbasierte Tücher nach Freigabe | Chlorhaltige Mittel, Flüssigkeit in Hör- und Sprechöffnungen |
| Headset (Kunststoff) | Leicht feuchtes Tuch, geeignete Hygienetücher | Einweichen, starke Lösungsmittel |
| Ohrpolster (Kunstleder) | Nebelfeucht abwischen, gut trocknen lassen | Alkohol in hoher Konzentration, der das Material spröde machen kann |
| Ohrpolster (Stoff, Schaum) | Austauschen oder abnehmbare Bezüge waschen, sofern möglich | Nass reinigen, wenn nicht vorgesehen |
| Bildschirm, Touchscreen | Trockenes oder leicht angefeuchtetes, weiches Mikrofasertuch | Glasreiniger, Küchenrolle, Druck auf das Panel |
Alkoholische Tücher mit Isopropanol werden von vielen Herstellern für Tastaturen und Kunststoffgehäuse ausdrücklich zugelassen, aber nicht von allen und nicht für jede Beschichtung. Ein Blick in das Handbuch oder auf die Supportseite des Herstellers erspart teure Überraschungen. Welche Tücher sich für Elektronik eignen, lesen Sie in unserem Ratgeber zum richtigen Umgang mit Mikrofaser.
Eingabegeräte Schritt für Schritt reinigen
- Ausschalten oder trennen: Kabelgebundene Geräte ausstecken, kabellose ausschalten oder den Rechner sperren, damit keine ungewollten Eingaben entstehen.
- Grobes entfernen: Das Gerät über einem Papierkorb vorsichtig umdrehen und leicht ausklopfen. Losen Staub zwischen den Tasten mit einem weichen Pinsel lösen.
- Zwischenräume säubern: Mit Druckluft lassen sich Krümel ausblasen – dabei die Dose aufrecht halten und in kurzen Stößen arbeiten. Alternativ hilft ein kleiner Pinsel oder ein Wattestäbchen.
- Oberflächen wischen: Ein Tuch leicht anfeuchten, niemals das Gerät selbst besprühen. Tasten, Rahmen und Handballenauflage abwischen, besonders Leertaste, Eingabetaste und häufig genutzte Buchstaben.
- Trocknen lassen: Einige Minuten warten, bevor das Gerät wieder genutzt wird. Alkoholische Mittel verdunsten schnell, wasserbasierte brauchen länger.
- Maus nicht vergessen: Tasten, Scrollrad und Unterseite mit den Gleitfüßen reinigen. Das Mauspad je nach Material abwischen oder austauschen.
Bei mechanischen Modellen lassen sich die Tastenkappen oft abziehen. Das sollte aber nur geschehen, wenn die Nutzerin oder der Nutzer es möchte und das passende Werkzeug vorhanden ist.
Telefone und Konferenztechnik
Beim Tischtelefon sind Hörer, Tastenfeld und Displayrahmen die entscheidenden Stellen. Der Hörer wird direkt an Mund und Ohr gehalten und sollte deshalb häufiger gereinigt werden als das Gerät selbst. Achten Sie darauf, dass keine Flüssigkeit in die Öffnungen von Hör- und Sprechkapsel gelangt. Das Spiralkabel sammelt gern Staub und Fett und kann bei der wöchentlichen Runde mit einem feuchten Tuch durchgezogen werden.
Konferenztelefone, Fernbedienungen für Beamer oder Bildschirme und Touchpanels in Besprechungsräumen werden von vielen Personen genutzt. Hier ist eine regelmäßige Reinigung durch den Dienstleister sinnvoll, denn im Alltag fühlt sich niemand zuständig. Gleiches gilt für Bedienfelder von Multifunktionsdruckern und Kaffeeautomaten. Welche weiteren Kontaktflächen im Gebäude Aufmerksamkeit brauchen, beschreibt unser Beitrag zu Türklinken, Handläufen und Aufzugknöpfen.
Headsets: ein persönlicher Gegenstand
Headsets sitzen direkt auf der Haut, im Ohr oder am Mund. Aus hygienischer Sicht sollten sie deshalb personengebunden sein und nicht geteilt werden. Wo das aus organisatorischen Gründen nicht geht – etwa in Schichtbetrieben oder im Kundenservice –, helfen austauschbare Ohrpolster, Einweg-Hygieneschutzbezüge und ein eigener Mikrofonschutz für jede Person.
Für die Pflege gilt:
- Kunststoffteile und Bügel regelmäßig mit einem leicht feuchten Tuch abwischen
- Kunstlederpolster vorsichtig reinigen und vollständig trocknen lassen
- Schaumstoff- und Stoffpolster in den vom Hersteller empfohlenen Abständen tauschen
- Mikrofonschutz aus Schaumstoff ersetzen, wenn er verfärbt oder verklebt ist
- Headsets nach der Nutzung nicht in Schubladen einschließen, sondern offen ablegen, damit Feuchtigkeit entweichen kann
Bildschirme und Displays
Monitore sind heute meist entspiegelt oder beschichtet. Diese Beschichtungen reagieren empfindlich auf Lösungsmittel und Druck. Reinigen Sie Bildschirme mit einem trockenen, weichen Mikrofasertuch; bei Fingerabdrücken genügt es, das Tuch mit etwas Wasser leicht anzufeuchten. Glasreiniger, Küchenpapier oder grobe Tücher können Schlieren und feine Kratzer hinterlassen. Das Gerät sollte vorher ausgeschaltet sein, damit Sie Schmutz besser sehen und keine Eingaben auslösen.
Ein sinnvoller Turnus
| Gerät | Persönlich genutzt | Gemeinsam genutzt |
|---|---|---|
| Keyboard und Maus | wöchentlich | täglich oder bei Nutzerwechsel |
| Telefonhörer und Tastenfeld | wöchentlich | täglich |
| Headset außen | wöchentlich | nach jeder Nutzung, nicht teilen |
| Bildschirm | nach Bedarf, etwa alle zwei Wochen | wöchentlich |
| Konferenztechnik, Touchpanels | – | täglich an Nutzungstagen |
In Zeiten erhöhter Infektionsgefahr im Team, etwa bei einer Erkältungs- oder Magen-Darm-Welle, können Sie die Abstände verkürzen.
Reinigen oder desinfizieren?
Für den normalen Büroalltag genügt eine gründliche Reinigung. Desinfektion ist dann sinnvoll, wenn Geräte von vielen Personen geteilt werden und gerade Infekte im Umlauf sind, oder in Bereichen mit besonderen Anforderungen wie Arztpraxen. Wichtig ist dann ein Mittel, das für die Oberfläche freigegeben ist und die angegebene Einwirkzeit eingehalten wird. Worin sich beide Maßnahmen unterscheiden, zeigt der Artikel Reinigen oder desinfizieren?. Für eine gezielte Desinfektion ganzer Bereiche, etwa nach einem Ausbruch, bieten wir eine eigene Desinfektionsreinigung an.
Geteilte Arbeitsplätze
In Büros mit wechselnder Platzbelegung wird das Thema besonders wichtig, weil dieselbe Tastatur am Montag von einer und am Dienstag von einer anderen Person benutzt wird. Viele Unternehmen stellen deshalb Reinigungstücher an jedem Platz bereit und bitten um kurzes Abwischen beim Verlassen. Ergänzend reinigt der Dienstleister die Geräte in einem festen Rhythmus. Wie sich das organisieren lässt, beschreiben wir im Beitrag zur Reinigung im Desk-Sharing.
- Reiniger direkt auf die Tastatur oder den Bildschirm sprühen
- Nasse Tücher verwenden, aus denen Flüssigkeit tropft
- Scheuermilch, Glasreiniger oder Küchenreiniger auf beschichteten Displays
- Geräte im eingeschalteten Zustand reinigen und dabei Eingaben auslösen
- Druckluftdosen kopfüber halten, sodass Treibmittel austritt
- Mittel ohne Herstellerfreigabe auf empfindlichen Oberflächen testen
Was Sie Ihrem Team an die Hand geben können
Ein kurzes Merkblatt am Arbeitsplatz wirkt oft mehr als jede Rundmail: welche Tücher verwendet werden, wie oft gereinigt wird, dass Essen am Platz Krümel in die Geräte bringt, und wo es Nachschub gibt. Stellen Sie geeignete Tücher gut erreichbar bereit – wer erst suchen muss, lässt es bleiben. Welche Rolle solche Maßnahmen für die Gesundheit im Büro insgesamt spielen, ordnen wir im Beitrag zu Sauberkeit am Arbeitsplatz und Krankenstand ein.
Wenn Sie die Pflege gemeinsam genutzter Technik in die laufende Reinigung Ihres Büros aufnehmen möchten, legen wir mit Ihnen und Ihrer IT fest, welche Geräte in welchem Turnus mit welchen Mitteln behandelt werden. Ein unverbindliches Angebot dafür erstellen wir Ihnen gern.
Häufige Fragen
Darf ich die Tastatur mit Desinfektionstüchern abwischen?
Viele Hersteller erlauben alkoholbasierte Tücher, andere raten davon ab, weil Beschriftungen oder Beschichtungen leiden können. Prüfen Sie die Herstellerangaben. Im Zweifel genügt ein leicht feuchtes Mikrofasertuch für die tägliche Pflege.
Reinigt der Reinigungsdienst auch die Computer?
Nur, wenn es ausdrücklich vereinbart ist. Häufig werden Geräte aus Haftungsgründen ausgenommen oder nur außen abgewischt. Eine klare Absprache mit Ihrer IT legt fest, welche Geräte in welcher Weise gereinigt werden dürfen.
Wie oft sollte ein Headset-Ohrpolster gewechselt werden?
Das hängt von Material, Nutzungsdauer und Herstellerempfehlung ab. Bei täglichem, stundenlangem Einsatz verschleißen Schaumstoffpolster deutlich schneller als bei gelegentlicher Nutzung. Spätestens wenn sie verfärbt, rissig oder dauerhaft feucht sind, sollten sie ersetzt werden.
Was tun, wenn Kaffee über die Tastatur gelaufen ist?
Sofort vom Rechner trennen, umdrehen und abtropfen lassen. Nicht föhnen und nicht weiterbenutzen. Bei zuckerhaltigen Getränken kleben die Tasten oft trotz Trocknung; dann entscheidet die IT, ob Reinigung oder Austausch sinnvoller ist.
Ist Druckluft für Eingabegeräte unbedenklich?
In der Regel ja, wenn die Dose aufrecht gehalten und in kurzen Stößen gearbeitet wird. Hält man sie schräg oder kopfüber, kann flüssiges Treibmittel austreten. Bei sehr empfindlichen Geräten ist ein weicher Pinsel die schonendere Wahl.




