
Warum die Filter so wichtig sind
Beim Braten, Kochen und Frittieren steigen feinste Fetttröpfchen mit dem Wasserdampf nach oben. Ohne Absaugung schlagen sie sich auf Oberschränken, Fliesen und Decke nieder. Die Dunstabzugshaube fängt einen großen Teil davon ab – vorausgesetzt, die Filter sind aufnahmefähig. Mit der Zeit setzen sich die Metallgitter zu, die Luft strömt schlechter hindurch, der Motor arbeitet lauter, und der Dunst landet doch wieder in der Küche.
Hinzu kommt ein Sicherheitsaspekt: Mit Fett gesättigte Filter sind brennbar. Wer unter einer verschmutzten Haube flambiert oder eine Pfanne mit Öl überhitzt, riskiert, dass Flammen auf den Filter übergreifen. Deshalb gehört die Filterpflege zu den Aufgaben, die man nicht ewig aufschieben sollte.
Abluft oder Umluft? Die Filtertypen
| Filter | Wo | Aufgabe | Pflege |
|---|---|---|---|
| Metallfettfilter (Aluminium oder Edelstahl) | in jeder Haube, direkt sichtbar unten | hält Fettpartikel zurück | reinigen, je nach Nutzung etwa alle vier bis acht Wochen |
| Vlies- oder Papierfettfilter | ältere oder einfache Modelle | wie oben, als Einwegvariante | austauschen, sobald die Warnfarbe durchscheint oder laut Hersteller |
| Aktivkohlefilter | nur bei Umluftbetrieb, hinter dem Fettfilter | bindet Gerüche | tauschen nach Herstellerangabe, oft nach einigen Monaten; regenerierbare Varianten nach Anleitung im Ofen ausheizen |
Im Abluftbetrieb wird die Luft über einen Kanal nach draußen geleitet, im Umluftbetrieb gereinigt zurück in den Raum geblasen. In vielen Berliner Mietwohnungen gibt es keinen Abluftkanal, sodass Umluftgeräte verbreitet sind. Dort ist der Aktivkohlefilter entscheidend für die Geruchsbindung – und wird besonders häufig vergessen.
Vorbereitung und Sicherheit
- Kochfeld ausschalten und abkühlen lassen. Stellen Sie sich nicht auf ein Kochfeld aus Glaskeramik, um besser heranzukommen – nehmen Sie eine stabile Trittleiter.
- Die Haube ausschalten. Wenn Sie im Inneren des Gehäuses wischen oder Leuchtmittel wechseln, schalten Sie zusätzlich die Sicherung aus.
- Handschuhe anziehen: Das alte Fett ist klebrig, und Filterkanten können scharf sein.
- Kochfeld mit einem Handtuch abdecken, damit nichts Fettiges darauf tropft.
Metallfettfilter reinigen
Die Filter sind meist mit einem Schnappverschluss befestigt. Entriegeln, mit der zweiten Hand festhalten, herausnehmen.
In der Spülmaschine: Viele Hersteller geben ihre Filter dafür frei. Stellen Sie sie hochkant in den Unterkorb, sodass das Wasser gut durch das Gitter strömt, und spülen Sie sie möglichst allein oder nur mit wenig anderem Geschirr – sonst verteilt sich das gelöste Fett auf Gläser und Teller. Aluminiumfilter können sich dabei dunkel verfärben. Das ist ein optischer Effekt und beeinträchtigt die Funktion nicht. Wer das vermeiden möchte, wählt die Handwäsche. Legen Sie die Filter nicht direkt neben Silberbesteck, da Aluminium und Silber in der Spülmaschine unerwünscht miteinander reagieren können.
Von Hand:
- Spüle oder eine große Wanne mit sehr heißem Wasser füllen und reichlich Spülmittel hinzugeben.
- Filter vollständig untertauchen und mindestens 15 Minuten einweichen. Bei älterem Fett länger.
- Mit einer weichen Spülbürste in Richtung der Gitterlagen ausbürsten. Nicht mit Drahtbürsten arbeiten – das Gitter verbiegt.
- Unter heißem Wasser gründlich ausspülen.
- Vollständig trocknen lassen, bevor Sie die Filter wieder einsetzen.
Für Edelstahlfilter kann bei starkem Fett ein Fettlöser verwendet werden. Bei Aluminium sind stark alkalische Produkte wie Backofenspray ungeeignet: Sie greifen das Metall an und hinterlassen graue, stumpfe Stellen.
Aktivkohlefilter wechseln oder regenerieren
Einwegfilter aus Aktivkohle lassen sich nicht auswaschen – Wasser zerstört die Kohlestruktur. Sie werden nach der Zeitangabe des Herstellers oder bei nachlassender Geruchsbindung getauscht. Einige Modelle sind als regenerierbar gekennzeichnet; sie werden nach Anleitung im Ofen ausgeheizt und halten dann deutlich länger. Wichtig ist, genau das passende Ersatzteil zu verwenden, da Form und Befestigung je nach Gerät verschieden sind.
Gehäuse, Unterseite und Beleuchtung
Das Fett sitzt nicht nur im Filter. Auch die Unterseite und das Innere hinter den Filtern sind oft klebrig.
- Innenraum hinter den Filtern: Mit einem Schwamm und warmem Spülwasser auswischen, Motor und Elektronik dabei nicht nass machen.
- Edelstahlflächen: Mit einem Tropfen Spülmittel in warmem Wasser und einem Mikrofasertuch in Schliffrichtung wischen, dann trocken polieren. Mehr zu Streifen und Fingerabdrücken erklären wir im Beitrag Edelstahl streifenfrei reinigen.
- Glas: Wie Fenster behandeln: Spülwasser, dann trocken polieren.
- Lackierte Oberflächen: Nur milde Mittel und weiche Tücher.
- Bedienfeld: Nie direkt einsprühen, sondern das Tuch anfeuchten.
- Leuchten: LED-Abdeckungen abnehmen, sofern die Anleitung das vorsieht, und von innen abwischen.
- Scheuermilch oder kratzende Schwämme auf Edelstahl und Lack.
- Backofenspray auf Aluminiumfiltern oder beschichteten Flächen.
- Aktivkohlefilter nass reinigen.
- Wasser in die Elektronik oder in den Motor laufen lassen.
- Chlorhaltige und saure Reiniger nacheinander einsetzen, ohne zwischendurch klar abzuwischen.
Die umliegende Küche mitdenken
Wer ohnehin mit Fett kämpft, sollte die Nachbarflächen gleich mitnehmen: die Oberseiten der Hängeschränke, die Fliesen hinter dem Herd und das Kochfeld darunter. Wie Sie auf Glaskeramik mit Schaber und Pflegemittel vorgehen, beschreibt unser Artikel zum Ceran- und Induktionsfeld; eingebranntes Fett im Garraum behandelt der Beitrag zum Backofen ohne scharfe Chemie. Welche Produkte für Fettlöser, Säuren und Chlor gelten und warum man sie nie mischt, erklärt der Artikel über Reinigungschemie und Sicherheit.
Wie oft reinigen? Eine Orientierung
Wie schnell sich die Filter zusetzen, hängt vor allem von Ihren Kochgewohnheiten ab. Die folgende Tabelle ist ein Richtwert; Herstellerangaben gehen vor.
| Kochverhalten | Metallfettfilter | Gehäuse außen | Aktivkohle (Umluft) |
|---|---|---|---|
| Selten warm, überwiegend Dünsten und Kochen | alle zwei bis drei Monate | monatlich | nach Herstellerangabe, eher am oberen Ende |
| Täglich warm, gelegentlich Braten | etwa monatlich | alle zwei Wochen | nach Herstellerangabe |
| Häufig Braten, Wok, Frittieren | alle zwei bis vier Wochen | wöchentlich | eher früher tauschen |
| Großer Haushalt, mehrere Mahlzeiten täglich | alle zwei Wochen | wöchentlich | eher früher tauschen |
Ein einfacher Trick: Lassen Sie die Dunstabzugshaube nach dem Kochen noch einige Minuten auf niedriger Stufe weiterlaufen. So wird der restliche Dampf abgesaugt, und weniger Feuchtigkeit schlägt sich im Gehäuse nieder, wo sie mit Fett einen klebrigen Film bildet.
In vielen Küchen treffen wir auf dieses Bild: Die Filter wurden seit dem Einzug nie gereinigt, der Aktivkohlefilter nie gewechselt. Die Bewohner haben sich an den Kochgeruch gewöhnt und wundern sich lediglich über klebrige Oberschränke. Nach Reinigung der Metallfilter und einem neuen Kohlefilter ist der Unterschied bei der Geruchsbindung sofort spürbar – ganz ohne neues Gerät.
Wann Unterstützung sinnvoll ist
Eine stark verharzte Haube kann eine Stunde oder länger dauern, zumal Oberflächen und Fliesen meist ebenfalls betroffen sind. Bei einer Endreinigung vor der Wohnungsübergabe gehört die Dunstabzugshaube mit Filtern zum Umfang der Küche. In der laufenden Wohnungsreinigung lässt sich die Filterpflege als monatlicher Punkt vereinbaren. Unsere Teams bringen dafür passende Mittel für Edelstahl und Glas mit.
Fordern Sie ein unverbindliches Angebot für Ihre Wohnungsreinigung an.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich, dass der Fettfilter voll ist?
Der Filter wirkt dunkel, fühlt sich klebrig an, und im Gegenlicht sind die Gitterlagen zugesetzt. Die Absaugleistung lässt spürbar nach, Dampf steigt an der Haube vorbei. Viele Geräte haben zusätzlich eine Sättigungsanzeige.
Kann ich die Filter auch im Geschirrspüler mit Geschirr waschen?
Möglich ist es, empfehlenswert eher nicht. Das gelöste Fett verteilt sich im Spülraum und kann einen Film auf Gläsern hinterlassen. Besser ist ein eigener Spülgang, gern im Wechsel mit dem normalen Geschirr.
Wie oft muss die Aktivkohle getauscht werden?
Das hängt vom Modell und davon ab, wie oft und was Sie kochen. Die meisten Hersteller geben einen Zeitraum von einigen Monaten an, regenerierbare Filter halten deutlich länger. Lässt die Geruchsbindung spürbar nach, ist der Wechsel überfällig.
Warum tropft Fett aus der Abzugshaube?
Meist sind die Fettfilter so gesättigt, dass sich Fett und Kondenswasser sammeln und nach unten laufen. Gründliches Reinigen der Filter und des Innenraums schafft Abhilfe. Tritt das Problem trotz sauberer Filter auf, sollte der Kundendienst die Abluftführung prüfen.



