
Wo sich die Ablagerungen sammeln
Stadttauben gehören zum Bild jeder Großstadt, auch in Berlin. Sie suchen geschützte, erhöhte Plätze zum Rasten und Brüten: Fenstersimse, Balkone leerstehender Wohnungen, Dachböden mit offenen Luken, Lichtschächte, Gesimse an Gründerzeitfassaden, Stahlträger unter Brücken, Vordächer von Ladenzeilen, Photovoltaikanlagen und Leuchtreklamen. Überall dort, wo die Vögel regelmäßig sitzen, wächst die Menge an Kot, Federn und Nistmaterial stetig an – auf Dachböden über Jahre manchmal zu dicken Schichten.
Für Eigentümer, Hausverwaltungen und Gewerbetreibende ist das nicht nur eine Frage des Aussehens. Es geht um Gesundheit, um den Zustand des Gebäudes und um die Sicherheit der Menschen, die dort wohnen oder vorbeigehen.
Welche gesundheitlichen Risiken bestehen
Taubenkot kann Krankheitserreger enthalten. Genannt werden in diesem Zusammenhang vor allem:
- Chlamydia psittaci, der Erreger der Ornithose (Papageienkrankheit), einer Infektion, die grippeähnlich oder als Lungenentzündung verlaufen kann
- Pilze wie Cryptococcus, die in getrocknetem Vogelkot vorkommen können und vor allem für Menschen mit geschwächtem Immunsystem ein Risiko darstellen
- Salmonellen und andere Darmkeime
Der Hauptübertragungsweg ist nicht die Berührung, sondern das Einatmen von Staub, der beim Aufwirbeln getrockneter Ablagerungen entsteht. Deshalb ist trockenes Fegen oder Abblasen die riskanteste Methode überhaupt. Für gesunde Menschen ist das Risiko bei gelegentlichem Kontakt mit kleinen Mengen gering; wer aber regelmäßig oder mit großen Mengen arbeitet, sollte sich konsequent schützen. Menschen mit Vorerkrankungen der Lunge, geschwächtem Immunsystem, Schwangere und Kinder sollten sich an solchen Arbeiten nicht beteiligen.
Hinzu kommen Parasiten: In Nestern und Ablagerungen leben häufig Vogelmilben und Taubenzecken. Werden die Tiere vertrieben, können diese Parasiten auf der Suche nach neuen Wirten in angrenzende Wohnräume wandern. Das ist ein Grund, warum Nistplätze auf Dachböden nicht einfach nur verschlossen werden sollten, ohne die Ablagerungen fachgerecht zu beseitigen und gegebenenfalls einen Schädlingsbekämpfer hinzuzuziehen.
Schäden am Gebäude und Unfallgefahr
Vogelausscheidungen sind nicht nur unhygienisch, sie greifen auch Oberflächen an. Naturstein, Putz, Metall, Lack und Dachabdichtungen können durch dauerhafte Ablagerungen Schaden nehmen, besonders in Verbindung mit Feuchtigkeit. Nistmaterial und Kot verstopfen Dachrinnen und Abläufe, was zu Wasserschäden führen kann. Und auf Treppen, Gehwegen und Laderampen werden nasse Ablagerungen schnell zur Rutschfalle – ein Thema, das Eigentümer im Rahmen ihrer Verkehrssicherungspflicht im Blick haben sollten.
Kleine Mengen selbst beseitigen
Auf dem eigenen Balkon oder der Fensterbank können Sie gelegentliche Verschmutzungen selbst entfernen, wenn Sie einige Regeln beachten.
- Einweghandschuhe, zum Beispiel aus Nitril
- Atemschutzmaske FFP2
- Schutzbrille bei Arbeiten über Kopfhöhe
- Sprühflasche mit Wasser, gegebenenfalls mit etwas Reiniger
- Kunststoffspachtel, Kehrblech oder Einwegtücher
- reißfeste Müllbeutel zum Verschließen
So gehen Sie vor:
- Anfeuchten: Die Ablagerungen gründlich mit Wasser einsprühen und einige Minuten einweichen lassen. Das bindet den Staub und löst angetrocknete Reste.
- Aufnehmen: Mit Spachtel und Tüchern von außen nach innen aufnehmen, nicht fegen und nicht bürsten, solange die Masse trocken ist.
- Verpacken: Alles direkt in einen Beutel geben und diesen gut verschließen. Kleine Mengen aus dem Haushalt kommen in der Regel in den Restmüll.
- Nachreinigen: Die Fläche mit warmem Wasser und Reiniger säubern und gut abspülen. In sensiblen Bereichen, etwa wo Kinder spielen, kann eine anschließende Desinfektion sinnvoll sein.
- Hände waschen: Handschuhe richtig ausziehen, entsorgen, Hände gründlich waschen, Kleidung waschen.
Einen Druckstrahler sollten Sie für trockene Ablagerungen nicht verwenden: Er erzeugt feine Aerosole, die genau das verbreiten, was Sie vermeiden wollen. Welche Flächen solche Geräte überhaupt vertragen, steht in unserem Überblick zum Hochdruckreiniger auf verschiedenen Materialien.
Größere Mengen: ein Fall für Fachleute
Auf Dachböden, in Lichtschächten, Glockentürmen oder ungenutzten Gebäudeteilen haben sich oft über Jahre große Mengen angesammelt, dazu Nester, Eierschalen, Federn und manchmal verendete Tiere. Hier sollten Laien nicht selbst tätig werden. Für Beschäftigte, die solche Arbeiten ausführen, gelten die Anforderungen des Arbeitsschutzes, insbesondere der Biostoffverordnung; der Arbeitgeber muss die Gefährdung beurteilen und geeignete Schutzmaßnahmen festlegen.
Eine professionelle Beseitigung folgt typischerweise diesem Ablauf:
| Schritt | Inhalt |
|---|---|
| Begehung | Umfang, Zugang, Absturzgefahren, Tragfähigkeit von Böden, Parasiten, Lebendtiere |
| Schutzkonzept | Atemschutz mindestens FFP3, Einweg-Schutzanzug, Handschuhe, Schutzbrille; Trennung von sauberem und verschmutztem Bereich |
| Abschottung | Öffnungen zu bewohnten Bereichen abdichten, Lüftungswege beachten |
| Befeuchten | Ablagerungen durchfeuchten, damit kein Staub entsteht |
| Aufnahme | manuelles Abtragen, Absaugen mit geeigneten Industriesaugern mit Feinstaubfilter |
| Verpackung und Entsorgung | in reißfesten, verschlossenen Säcken; Entsorgung nach den örtlichen Vorgaben |
| Feinreinigung und Desinfektion | Flächen reinigen, anschließend mit geeignetem Mittel desinfizieren |
| Kontrolle und Übergabe | Dokumentation mit Fotos vorher und nachher |
Parasitenbefall wird durch einen Schädlingsbekämpfer behandelt. Die Reinigung und Desinfektion der Flächen übernimmt ein Reinigungsdienst mit entsprechender Ausrüstung, wie ihn unsere Taubenkotentfernung anbietet; im Anschluss kann eine Desinfektionsreinigung der angrenzenden Bereiche sinnvoll sein.
Tiere dürfen weder eingesperrt noch verletzt werden. Bevor Einflugöffnungen verschlossen werden, muss sichergestellt sein, dass sich keine Vögel mehr im Raum befinden. Nester mit Eiern oder Jungtieren sollten nicht ohne fachkundige Klärung entfernt werden. Abwehrmaßnahmen wie Netze oder Spikes sollten tierschutzgerecht von Fachfirmen angebracht werden.
Fassaden, Gesimse und Außenflächen
An Fassaden, Gesimsen und Vordächern ist die Beseitigung oft eine Frage des Zugangs: Hubsteiger, Leitern oder Seilzugang sind nötig, dazu Absperrungen des Gehwegs. Bei Natursteinfassaden oder historischem Stuck muss das Verfahren auf das Material abgestimmt sein. Häufig ist es sinnvoll, die Beseitigung der Ablagerungen mit einer Fassadenreinigung zu kombinieren und gleichzeitig Abwehrmaßnahmen anzubringen, damit das Problem nicht nach wenigen Wochen zurückkehrt.
Auch Dachrinnen und Fallrohre verdienen einen Blick. Wie oft sie kontrolliert werden sollten, lesen Sie unter Dachrinne reinigen: wann und wie.
Aufgabe für Eigentümer und Hausverwaltungen
In Mehrfamilienhäusern stellt sich oft die Frage, wer zuständig ist. Gemeinschaftsflächen wie Dachböden, Innenhöfe und Fassaden liegen in der Verantwortung von Eigentümer oder Eigentümergemeinschaft. Wird ein Befall zu spät bemerkt, wachsen Aufwand und Kosten. Deshalb lohnt es sich, Dachböden, Lichtschächte und Gesimse in regelmäßige Kontrollgänge aufzunehmen, wie wir es im Artikel zur Objektbetreuung für Hausverwaltungen beschreiben.
Mieter, die auf ihrem Balkon regelmäßig mit Vogelkot zu kämpfen haben, sollten die Hausverwaltung informieren – vor allem, wenn die Vögel an Gebäudeteilen nisten, auf die Mieter keinen Zugriff haben.
Fragen aus der Praxis
Ist Vogelkot auf dem Balkon gefährlich?
Für gesunde Menschen ist das Risiko bei kleinen Mengen und vorsichtiger Reinigung gering. Wichtig ist, Staub zu vermeiden: anfeuchten statt fegen, Handschuhe und Maske tragen, danach Hände waschen. Menschen mit geschwächtem Immunsystem sollten die Reinigung anderen überlassen.
Darf ich die Ablagerungen mit dem Druckstrahler entfernen?
Bei trockenen Ablagerungen sollten Sie darauf verzichten, weil feine Tröpfchen und Staub entstehen, die eingeatmet werden können. Erst anfeuchten, manuell aufnehmen und danach nass reinigen. Ob ein Druckstrahler für die Nachreinigung geeignet ist, hängt von der Fläche ab.
Wie entsorge ich größere Mengen?
Kleine Mengen aus dem Haushalt gehören gut verpackt in den Restmüll. Größere Mengen, etwa von einem Dachboden, werden von Fachbetrieben nach den örtlichen Vorgaben entsorgt. Erkundigen Sie sich im Zweifel beim zuständigen Entsorger.
Was tun gegen Milben oder Zecken in der Wohnung?
Tauchen nach der Vertreibung von Tauben Parasiten in angrenzenden Räumen auf, sollten Sie einen Schädlingsbekämpfer beauftragen. Die Reinigung allein beseitigt die Tiere in Ritzen und Hohlräumen meist nicht. Informieren Sie außerdem Ihre Hausverwaltung.
Wie verhindere ich, dass die Tauben zurückkehren?
Durch das Verschließen von Einflugöffnungen und tierschutzgerechte Abwehrsysteme wie Netze oder Spikes. Wichtig ist, keine Futterquellen zu bieten. Die Anbringung sollten Fachfirmen übernehmen, damit Tiere nicht zu Schaden kommen.



