
Kleine Bauteile mit großer Wirkung
Brausekopf und Strahlregler sind die letzten Stationen, die das Wasser passiert, bevor es auf die Haut oder ins Glas gelangt. Der Strahlregler am Wasserhahn – oft Perlator genannt, nach einem bekannten Markennamen – mischt dem Wasser Luft bei, formt einen weichen Strahl und spart dabei Wasser. Die Brause verteilt das Wasser über viele kleine Düsen. Beide Bauteile haben feine Öffnungen, Siebe und Kammern, in denen Wasser nach dem Gebrauch stehen bleibt.
In diesen feuchten, oft warmen Hohlräumen lagert sich zum einen Kalk ab, zum anderen siedeln sich Bakterien an, die einen schleimigen Belag bilden, den sogenannten Biofilm. Kalk macht die Oberfläche rau und bietet diesem Belag zusätzlichen Halt. Das Ergebnis sind ungleichmäßige Strahlen, weniger Durchfluss und im ungünstigen Fall Keime, die beim Duschen mit feinen Tröpfchen versprüht werden. Regelmäßige Pflege ist daher nicht nur eine Frage der Optik.
Hartes Berliner Wasser: woher der Kalk kommt
In weiten Teilen Berlins ist das Leitungswasser hart, enthält also viel gelöstes Calcium und Magnesium. Beim Erwärmen und Verdunsten fallen diese Mineralien als weißer Belag aus. Warmes Wasser an der Dusche verstärkt den Effekt, weil sich Kalk bei höherer Temperatur schneller absetzt. Wer in einem Haushalt oder Betrieb mit hartem Wasser lebt, wird Brausen und Strahlregler deutlich häufiger behandeln müssen als in Regionen mit weichem Wasser. Welcher Härtebereich für Ihre Adresse gilt, erfahren Sie beim Wasserversorger.
Woran Sie erkennen, dass es Zeit ist
- Einzelne Düsen der Brause spritzen schräg oder gar nicht mehr.
- Der Strahl am Wasserhahn wird unruhig, spritzt oder sprüht zur Seite.
- Der Wasserdruck lässt spürbar nach, obwohl sich an der Leitung nichts geändert hat.
- Auf den Silikonnoppen der Brause sind weiße Punkte oder Krusten zu sehen.
- Beim Abschrauben des Strahlreglers zeigen sich Sand, Kalkkrümel oder dunkle, schleimige Beläge.
- Die Brause wurde längere Zeit nicht benutzt, etwa in einem Gästebad oder einer Ferienwohnung.
Brausen entkalken: Schritt für Schritt
- Schnelle Pflege zwischendurch: Viele Handbrausen haben Düsen aus weichem Silikon. Reiben Sie nach dem Duschen mit dem Daumen oder einem Tuch darüber, lösen sich frische Kalkkrümel einfach ab.
- Brause abnehmen: Handbrausen lassen sich vom Schlauch abschrauben, bei Kopfbrausen ist das je nach Modell möglich. Bei vielen Modellen lässt sich zusätzlich die Strahlscheibe abnehmen – ein Blick in die Anleitung des Herstellers lohnt.
- Entkalkungslösung ansetzen: Einen handelsüblichen Kalklöser nach Anleitung oder eine Lösung aus Zitronensäure mit lauwarmem Wasser verwenden.
- Einlegen: Die Brause bzw. die Strahlscheibe in die Lösung legen, bis sich der Kalk gelöst hat. Bei fest montierten Kopfbrausen einen Beutel mit Lösung überstülpen und befestigen.
- Nachbearbeiten: Gelöste Beläge mit einer weichen Bürste entfernen, verstopfte Düsen vorsichtig freimachen – keine Nadeln oder spitzen Gegenstände, die Silikon und Düsen beschädigen.
- Gründlich spülen: Mit klarem Wasser ausspülen, wieder montieren und die Brause einige Zeit mit warmem Wasser durchlaufen lassen.
Mehr zur richtigen Chemie gegen Kalk und zu säurebedingten Schäden erklärt unser Beitrag zu Kalk und Urinstein.
Strahlregler reinigen und entkalken
- Abschrauben: Den Strahlregler vom Auslauf abdrehen, bei Bedarf mit einem Tuch als Schutz, damit keine Kratzer entstehen. Verdeckt eingebaute Modelle benötigen einen passenden Montageschlüssel, der oft dem Neugerät beiliegt oder im Handel erhältlich ist.
- Zerlegen: Die Einzelteile – Hülse, Siebe, Einsatz und Dichtung – vorsichtig auseinandernehmen und die Reihenfolge merken.
- Grob reinigen: Sand und Krümel unter fließendem Wasser ausspülen, Beläge mit einer alten Zahnbürste lösen.
- Entkalken: Die Teile in eine Lösung mit Zitronensäure oder Kalklöser legen, danach gründlich spülen.
- Dichtung prüfen: Poröse, rissige oder verformte Dichtungen ersetzen, sonst tropft es am Gewinde.
- Zusammensetzen und montieren: Handfest anziehen, Wasser kurz laufen lassen und auf Dichtheit prüfen.
Strahlregler gibt es in genormten Gewindegrößen; die gängigen Modelle haben ein Innen- oder Außengewinde. Nehmen Sie beim Neukauf am besten das alte Teil mit.
Welches Mittel wofür
| Mittel | Geeignet für | Worauf achten |
|---|---|---|
| Zitronensäure | Brausen, Strahlregler, Einsätze aus Kunststoff und Metall | nur mit kaltem bis lauwarmem Wasser ansetzen; heiß können sich schwer lösliche Rückstände bilden |
| Handelsüblicher Kalklöser | stärkere Verkalkung | Herstellerangaben zu Konzentration und Einwirkzeit beachten |
| Essig bzw. Essigessenz | wird oft empfohlen | kann Gummidichtungen und empfindliche Beschichtungen angreifen; viele Armaturenhersteller raten ab |
| Scheuermilch, Scheuerschwamm | nicht geeignet | zerkratzt Chrom und Kunststoff, raue Stellen verkalken schneller |
| Chlorhaltige Reiniger | nicht geeignet | können Oberflächen angreifen, nie mit Säuren kombinieren |
Wichtig ist bei allen Säuren: Nur die abgeschraubten Teile einlegen, nicht die ganze Armatur stundenlang einweichen. Verchromte, farbig beschichtete oder gebürstete Oberflächen reagieren empfindlich; hier gelten stets die Pflegehinweise des Herstellers. Ob Hausmittel wirklich besser sind als Profiprodukte, beleuchtet unser Beitrag zu Essig, Natron und Zitronensäure. Wie Säure und Lauge generell wirken, erklärt der Artikel zum pH-Wert von Reinigungsmitteln.
Hygiene: Biofilm, Stagnation und Legionellen
Kalk lässt sich sehen, Biofilm oft nicht. Er entsteht, wenn Bakterien sich an feuchten Oberflächen anheften und eine schützende Schleimschicht bilden. Besonders anfällig sind Brausen und Schläuche, in denen nach dem Duschen warmes Wasser stehen bleibt, und Zapfstellen, die lange nicht benutzt werden.
Ein ernstes Thema sind Legionellen. Diese Bakterien vermehren sich in lauwarmem Wasser, und eine Ansteckung erfolgt vor allem durch das Einatmen feiner Tröpfchen, wie sie beim Duschen entstehen. Die eigentliche Vorsorge liegt in der Trinkwasserinstallation: ausreichend hohe Temperaturen im Warmwassersystem, keine Totleitungen, regelmäßige Nutzung aller Zapfstellen. Für größere Warmwasseranlagen, etwa in Mietshäusern sowie in öffentlichen und gewerblichen Gebäuden, schreibt die Trinkwasserverordnung regelmäßige Untersuchungen vor; verantwortlich ist der Betreiber. Die Pflege von Brausen und Strahlreglern ersetzt diese Maßnahmen nicht, kann aber einen Beitrag leisten, weil Beläge den Keimen einen Rückzugsort bieten.
- Selten genutzte Duschen und Hähne regelmäßig einige Minuten laufen lassen, zum Beispiel im Gästebad.
- Nach dem Urlaub zuerst kaltes, dann warmes Wasser ablaufen lassen, bevor Sie duschen – dabei möglichst wenig Sprühnebel erzeugen.
- Die Brause nach dem Duschen nach unten hängen, damit Wasser ablaufen kann.
- Duschschläuche mit sichtbaren Belägen innen oder spröder Oberfläche ersetzen.
Wann Austausch besser ist als Entkalken
Nicht jedes Teil lässt sich dauerhaft retten. Strahlregler sind günstige Verschleißteile; wenn Kunststoffsiebe verfärbt, spröde oder durch Kalk verformt sind, ist ein neues Teil die sauberere Lösung. Bei Brausen sind abgelöste Silikonnoppen, Risse im Gehäuse oder Beläge, die auch nach mehrfacher Behandlung nicht verschwinden, ein Grund zum Tausch. In Gästezimmern, Ferienwohnungen und Hotels tauschen viele Betreiber diese Teile ohnehin in festen Abständen, weil das schneller geht als eine aufwendige Aufbereitung.
Wie oft entkalken?
| Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Privathaushalt, hartes Wasser | Brause alle paar Wochen kurz abreiben, bei sichtbarem Kalk einlegen; Strahlregler bei nachlassendem Strahl |
| Privathaushalt, weiches Wasser | deutlich seltener, nach Bedarf |
| Ferienwohnung, Gästezimmer | bei jedem Gästewechsel sichtprüfen, regelmäßig entkalken |
| Sporthalle, Studio, Betrieb | nach festem Plan, zusätzlich bei Beschwerden über den Strahl |
Die Kalkbeläge an Wänden und Glas der Dusche folgen demselben Prinzip; Tipps dazu gibt der Beitrag zu Kalk in der Duschkabine. Wie ein gründliches Badputzen insgesamt abläuft, zeigt der Artikel Bad reinigen wie ein Profi.
- Armaturen mit Essigessenz einsprühen und einwirken lassen – Dichtungen und Beschichtungen leiden.
- Zitronensäure mit heißem Wasser ansetzen.
- Düsen mit Nadeln aufstechen und dabei beschädigen.
- Strahlregler mit einer Zange abdrehen, ohne Schutz – die Oberfläche wird zerkratzt.
- Nach dem Entkalken nicht spülen, sodass Säurereste auf der Oberfläche bleiben.
Wenn Profis übernehmen
In Mehrfamilienhäusern, Betrieben, Sportstätten oder Ferienwohnungen mit vielen Bädern summiert sich der Aufwand schnell. Unsere Teams nehmen die Pflege von Brausen und Strahlreglern auf Wunsch in den Reinigungsplan auf, entkalken mit materialschonenden Mitteln und melden Teile, die ersetzt werden sollten. Größere Sanitäranlagen betreuen wir im Rahmen der Sanitärreinigung; für Privathaushalte gehört diese Aufgabe auf Wunsch zur regelmäßigen Wohnungsreinigung. In Umkleide- und Duschbereichen von Sporthallen ist sie Teil des Plans, den wir in unserem Text über Sporthallen-Umkleiden vorstellen.
Kurz beantwortet
Kann ich die Brause einfach in Essig einlegen?
Das wird oft empfohlen, ist aber nicht ideal. Essig kann Gummidichtungen und empfindliche Oberflächen angreifen. Zitronensäure in kaltem bis lauwarmem Wasser oder ein handelsüblicher Kalklöser nach Anleitung sind meist die schonendere Wahl.
Warum spritzt der Wasserhahn nach dem Reinigen?
Häufig sitzen die Einzelteile des Strahlreglers nicht mehr in der richtigen Reihenfolge, oder die Dichtung fehlt bzw. ist beschädigt. Nehmen Sie ihn noch einmal ab und setzen Sie die Teile sorgfältig zusammen.
Muss ich die Brause auch desinfizieren?
Im Privathaushalt nicht. Regelmäßiges Entkalken, Reinigen und Durchspülen genügt. In Einrichtungen mit Hygieneplan legt dieser fest, ob und wie Brausen aufbereitet oder getauscht werden.
Wie bekomme ich einen fest sitzenden Strahlregler ab?
Mit einem passenden Montageschlüssel oder einer Rohrzange mit untergelegtem Tuch. Lässt er sich gar nicht lösen, kann ein Kalklöser in einem übergestülpten Beutel helfen. Bei verdeckt eingebauten Modellen brauchen Sie in jedem Fall den passenden Schlüssel.
Hilft ein Kalkfilter für die Dusche?
Kleine Filter an der Brause können Kalkablagerungen verringern, müssen aber regelmäßig gewechselt werden, sonst werden sie selbst zum Problem. Eine Lösung für das ganze Haus gehört in die Hände eines Sanitärfachbetriebs.




