
Warum Putzen bei Allergien eine besondere Rolle spielt
Allergien auf Hausstaubmilben, Pollen, Tierhaare oder Schimmelsporen gehören zu den häufigsten Beschwerden überhaupt. Medikamente und ärztliche Behandlung stehen dabei immer an erster Stelle – aber auch die Wohnung trägt viel dazu bei, wie stark die Belastung ausfällt. Eine gezielte Reinigung kann die Menge an Allergenen deutlich verringern. Wichtig ist allerdings, richtig zu putzen: Wer falsch vorgeht, wirbelt Allergene erst recht auf.
Dieser Beitrag gibt praktische Hinweise aus Sicht eines Reinigungsunternehmens. Er ersetzt keine ärztliche Beratung. Klären Sie Diagnose und Behandlung mit Ihrer Hausarztpraxis oder einer allergologischen Fachpraxis.
Die wichtigsten Allergene in der Wohnung
| Allergen | Wo es sich sammelt | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Hausstaubmilben (vor allem deren Kot) | Matratzen, Bettwäsche, Polster, Teppiche | Textilien waschen, Feuchtigkeit senken |
| Pollen | Kleidung, Haare, Fensterbänke, Böden | richtig lüften, Kleidung nicht im Schlafzimmer ablegen |
| Tierallergene | Haare, Hautschuppen, Speichel auf Textilien | tierfreie Räume, HEPA-Filter |
| Schimmelsporen | feuchte Ecken, Silikonfugen, hinter Möbeln | Feuchtigkeit vermeiden, Befall beseitigen |
Staub aufnehmen, nicht aufwirbeln
Die wichtigste Regel für Allergiker lautet: Staub binden, statt ihn zu verteilen. Trockenes Abstauben mit Federwedel oder trockenem Lappen schickt Allergene in die Luft, wo sie stundenlang schweben. Besser sind:
- Feuchte Tücher: leicht angefeuchtete Mikrofasertücher nehmen Staub auf und halten ihn fest.
- Staubsauger mit HEPA-Filter: Filter der Klassen H13 oder H14 halten feine Partikel zurück, die herkömmliche Filter passieren. Wichtig ist auch ein dichtes Gerät, sonst entweicht Luft an Fugen.
- Feuchtes Wischen: Glatte Böden nach dem Saugen nebelfeucht wischen.
- Beutel oder Behälter vorsichtig leeren: am besten im Freien oder durch eine nicht allergische Person.
Wie Sie beim Saugen systematisch vorgehen und welche Düse wofür geeignet ist, erklärt der Beitrag Staubsaugen wie ein Profi.
Das Schlafzimmer als Schutzraum
Etwa ein Drittel des Tages verbringen wir im Bett – dort, wo sich Hausstaubmilben besonders wohlfühlen. Das Schlafzimmer verdient deshalb die größte Aufmerksamkeit.
- Bettwäsche wöchentlich wechseln und bei mindestens 60 °C waschen
- milbendichte Matratzenbezüge (Encasings) verwenden, wenn ärztlich empfohlen
- Kissen und Decken regelmäßig waschen, sofern das Material es zulässt
- Staubfänger reduzieren: offene Regale, Kuscheltiere, schwere Vorhänge
- Tiere aus dem Schlafzimmer fernhalten
- Straßenkleidung außerhalb des Schlafzimmers ablegen
- Temperatur eher kühl halten
Auch die Matratze selbst braucht Pflege. Wie das zu Hause gelingt, lesen Sie im Beitrag Matratze reinigen. Für eine gründliche Tiefenreinigung mit Profigerät bieten wir die Matratzenreinigung an.
Luftfeuchtigkeit und Lüften
Hausstaubmilben und Schimmelpilze lieben Feuchtigkeit. Eine relative Luftfeuchtigkeit von etwa 40 bis 60 Prozent gilt als gesund für Menschen und ist für Milben weniger günstig als feuchtere Luft. Ein einfaches Hygrometer zeigt, wie es in Ihren Räumen aussieht.
Lüften Sie mehrmals täglich stoßweise mit weit geöffneten Fenstern für einige Minuten, statt Fenster dauerhaft zu kippen. Für Pollenallergiker kommt es auf den Zeitpunkt an: In städtischen Gebieten ist die Pollenbelastung häufig am frühen Morgen niedriger, in ländlichen Gebieten eher am Abend. Pollenschutzgitter an Fenstern können in der Hauptsaison helfen. Mehr über den Zusammenhang von Feuchtigkeit, Lüften und Schimmel lesen Sie im Beitrag Schimmel vorbeugen und richtig lüften.
Reinigungsmittel: weniger ist mehr
Für die meisten Aufgaben genügen milde, unparfümierte Produkte. Duftstoffe, ätherische Öle und Konservierungsmittel können bei empfindlichen Menschen selbst Reaktionen auslösen oder die Atemwege reizen. Sprays verteilen feine Tröpfchen in der Atemluft – Produkte zum Auftragen mit dem Tuch sind besser geeignet. Desinfektionsmittel sind im normalen Haushalt meist unnötig.
- trockenes Abstauben mit Federwedel
- Staubsauger ohne geeigneten Filter oder mit undichtem Gehäuse
- stark parfümierte Reiniger und Raumdüfte
- Putzen unmittelbar vor dem Schlafengehen im Schlafzimmer
- Wäsche während der Pollensaison im Freien trocknen
Böden und Textilien
Glatte Böden wie Parkett, Laminat, Fliesen oder Vinyl lassen sich leichter allergenarm halten als Teppichböden, weil Staub nicht in den Flor eindringt. Wer Teppiche behalten möchte, sollte sie häufig und gründlich saugen und regelmäßig tiefenreinigen lassen. Vorhänge, Kissenbezüge und Decken gehören in regelmäßigen Abständen in die Waschmaschine. Polstermöbel mit Stoffbezug sammeln Allergene ähnlich wie Matratzen; eine professionelle Reinigung kann hier die Belastung deutlich senken.
Wer putzen sollte
Allergiker sollten die staubintensiven Arbeiten möglichst nicht selbst übernehmen – zumindest nicht während akuter Beschwerden. Ist das nicht möglich, hilft eine gut sitzende Atemschutzmaske (FFP2), und nach dem Putzen sollte der Raum eine Weile gelüftet werden, bevor man sich dort aufhält. Viele Betroffene geben die regelmäßige Reinigung deshalb ab. Unsere Teams arbeiten bei der Wohnungsreinigung mit Mikrofasersystemen und nach Wunsch mit unparfümierten Mitteln.
Die Pollensaison: was sich im Frühjahr und Sommer ändert
Wer auf Pollen reagiert, hat es in den Blühmonaten mit einem Allergen zu tun, das ständig neu von draußen hereinkommt. Die Reinigung muss dann vor allem verhindern, dass sich Pollen in der Wohnung ansammeln. Hilfreich sind kurze, häufige Einsätze statt einer großen Runde am Wochenende: Fensterbänke und glatte Flächen in Fensternähe feucht abwischen, Böden öfter saugen und wischen, Kissen und Decken auf dem Sofa häufiger waschen. Haare abends waschen, damit Pollen nicht aufs Kopfkissen gelangen, gehört ebenfalls zu den verbreiteten Empfehlungen.
Wer im Frühling gründlich durchputzen möchte, sollte Fenster und Balkon idealerweise erledigen, bevor die Hauptsaison beginnt, oder an einem Regentag, wenn weniger Pollen in der Luft sind. Anregungen für die Planung gibt unser Beitrag Frühjahrsputz mit Plan.
Nach Einzug oder Renovierung
Eine neu bezogene oder frisch renovierte Wohnung ist für empfindliche Menschen oft eine besondere Belastung. Baustaub von Schleifarbeiten setzt sich in Fugen, Heizkörpern und Lüftungsgittern fest und wird noch wochenlang aufgewirbelt. Farben, Kleber und neue Bodenbeläge können Gerüche und Ausdünstungen abgeben. Hier hilft eine gründliche Endreinigung, bei der alle Flächen von oben nach unten feucht gereinigt und Böden mit einem geeigneten Filterstaubsauger abgesaugt werden, bevor Möbel und Textilien einziehen. Zusätzlich sollte in den ersten Wochen besonders häufig gelüftet werden. Worauf es bei dieser Reinigung ankommt, beschreibt der Beitrag zur Reinigung nach einer Renovierung.
Kinderzimmer mit Augenmaß
Kinder reagieren häufig empfindlich, und im Kinderzimmer sammeln sich besonders viele Staubfänger. Kuscheltiere, die ins Bett dürfen, sollten waschbar sein; eine kleine Auswahl, die regelmäßig gewaschen wird, ist besser als ein ganzes Regal voller Plüsch. Spielzeug in geschlossenen Kisten statt auf offenen Regalen verstaubt weniger. Teppiche im Kinderzimmer sind gemütlich, aber schwer allergenarm zu halten – ein waschbarer Spielteppich ist hier ein guter Kompromiss. Wie bei allen Maßnahmen gilt: Welche Schritte im Einzelfall sinnvoll sind, klären Eltern am besten mit der Kinderarztpraxis.
Ein Wochenplan mit Blick auf Allergene
| Rhythmus | Aufgabe |
|---|---|
| täglich | Lüften, Schlafzimmer kurz feucht über Oberflächen wischen, Kleidung außerhalb ablegen |
| zweimal pro Woche | Böden saugen (HEPA) und nebelfeucht wischen |
| wöchentlich | Bettwäsche bei 60 °C waschen, Oberflächen feucht reinigen, Polster absaugen |
| monatlich | Vorhänge absaugen oder waschen, Heizkörper reinigen, Matratze absaugen |
| halbjährlich | Teppiche und Polster tiefenreinigen, Filter von Staubsauger und Luftreiniger prüfen |
Wie sich Reinigung und Raumklima gegenseitig beeinflussen, beschreibt der Beitrag Gesundes Raumklima durch Reinigung. Leben Tiere im Haushalt, finden Sie ergänzende Tipps im Beitrag Sauber wohnen mit Haustieren.
Kurz beantwortet
Hilft ein Luftreiniger gegen Allergene?
Geräte mit HEPA-Filter können schwebende Partikel wie Pollen und Tierallergene aus der Luft filtern. Sie ersetzen aber nicht die Reinigung von Textilien und Böden, wo sich die meisten Allergene absetzen. Achten Sie auf eine passende Größe für den Raum und regelmäßigen Filterwechsel.
Bei welcher Temperatur sterben Hausstaubmilben ab?
Wäsche bei mindestens 60 °C gilt als wirksam gegen Milben. Textilien, die das nicht vertragen, können nach verbreiteter Empfehlung für einige Zeit in den Gefrierschrank gelegt und danach gewaschen werden, um den Allergenkot zu entfernen.
Ist ein Dampfreiniger für Allergiker sinnvoll?
Auf geeigneten Hartböden und in Fugen kann Dampf Staub binden und Milben abtöten. Auf Polstern und Matratzen muss das Material danach vollständig trocknen, sonst entsteht Feuchtigkeit, die Milben und Schimmel begünstigt. Beachten Sie die Herstellerangaben der Materialien.
Wie oft sollten Allergiker staubsaugen?
Zwei- bis dreimal pro Woche ist für viele Haushalte ein guter Rhythmus, in der Pollensaison oder mit Tieren auch häufiger. Entscheidend ist ein Gerät mit gutem Filter. Nach dem Saugen etwas lüften, bevor sich Allergiker im Raum aufhalten.




